Körpertrennung I, 2009
Eiche oxydiert
356 x 60 x 60 cm

Standort:

Galerie Mollwo
Riehen / Basel
Gartengasse 10

Preis auf Anfrage
Die Transzendenz der modernen Architektur „Körpertrennung I“ (2009) 
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D
ie Skulptur „Körpertrennung I" (2009) aus einem großen Stück Eichenholz ist eine abstrakte Formfigur. Ihr Potenzial gewinnt sie aus dem Zusammenspiel von Fläche, Linienführung, Gestalt und Winkelkonzept. In der Synthese entfaltet die Skulptur durch charakteristische Formstrenge im Verhältnis zu einer extrovertierten Unverbindlichkeit moderner Architektur ihre Maß-gebende Wirkung. Die Skulptur wird als Kristallisationspunkt der Umgebung erlebt. Hervorgerufen durch bewusste Unterbrechung im goldenen Schnitt dominieren zwei Körperbereiche die Gestalt. Sie sind eng auf einander bezogen. Auf den oberen Teil kann ein drittes Element imaginiert werden. Sein „Fehlen" provoziert die Geschlossenheit der unteren beiden Abschnitte.
Wird die Linienführung durch horizontale Körperschnitte zwar merklich unterbrochen, so bestätigt die Fortsetzung der klaren Vertikalen in jedem Abschnitt die Identität des gesamten Körpers. Die Einheiten der Skulptur steigern ihre Intensität durch die leichte Abwinklung in der Linienführung des Gesamtobjekts. Auf breiter Basis mit Kontakt zum Boden verjüngt sich nach oben hin der Korpus. Die leichte Unregelmäßigkeit der Flächen wirkt wie eine Verstärkung der klassischen Perspektive des Betrachters in eine vorgestellte Ferne.
Diese überzeugende Introversion gepaart mit lasziver Offenheit lässt der Interpretation des Betrachters freien Spielraum. Durch die Zusammenschau der Basiselemente werden spielerische Kraft und kommentierende, kommunikative Funktion verwandter architektonischer Konzepte der alten öffentlichen Plätze sichtbar: Grosse Flächen strahlen ab, nehmen auf.
In der Erinnerung an die kommunikative Funktion der Obelisken sieht man in der Skulptur ein Angebot zum „Lesen" des Zusammenspiels der Formelemente: Form filtert die Umgebung nach innen, trägt sie über den Betrachter wieder hinaus und erlöst die Ungewissheit durch einen jeweils neuen Maßstab der Betrachtung beider Endpunkte - nicht zuletzt durch fein strukturierte Oberfläche.
Eine Grammatik der Strukturen aus Nähe und Ferne, Dynamik und Verbindlichkeit schafft zahlreiche Leerstellen, die den Betrachter reizen mit wechselndem Standpunkt die Skulptur als Mittler im Prozess der Transzendierung moderner Architektur zu erkennnen.
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